22.04.2022 - Platz 4 als „Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales – Kliniken“

Im Rahmen eines Online-Prämierungsevents hat das internationale Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place to Work® auch 2022 wieder besonders attraktive und zukunftsorientierte Arbeitgeber ausgezeichnet.

Das Zertifizierungsprogramm «Great Place to Work® Certified» steht für ein besonderes Engagement bei der Gestaltung der Arbeitsplatzkultur. Die Bewertung erfolgt aufgrund eines unabhängigen, anonymen Feedbacks der Mitarbeitenden sowie der Analyse von Maßnahmen und Programmen der Personalarbeit.

Die Klinik Josephinum konnte sogar in mehreren Kategorien überzeugen:

Von allen Unternehmen aus den Kategorien Kliniken, Pflege, Soziales und Ambulante Versorger und Dienstleister erreichte die Klinik Josephinum einen hervorragenden 4. Platz und wurde mit dem Great Place to Work® Award «Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales – Kliniken 2022» ausgezeichnet.

Und auch in dem Great Place to Work® Wettbewerb «Bayerns Beste Arbeitgeber 2022» zählt die Klinik Josephinum in der Größenklasse mit 50 bis 250 Mitarbeitenden zu den besten Arbeitgebern Bayerns. Die Auszeichnung steht für ein glaubwürdiges Management, das fair und respektvoll mit den Beschäftigten zusammenarbeitet, für eine hohe Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen und für einen starken Teamgeist.

„Sich den Titel „Bester Arbeitgeber“ auf die Fahnen schreiben zu können, macht uns sehr stolz“, so Tilmann Götzner, Vorstand der Klinik Josephinum. „Wir investieren jeden Tag sehr viel Kreativität, Kraft und Ressourcen in die Ausgestaltung unserer Arbeitsplatzkultur. Da freut es mich natürlich in besonderem Maße, dass unsere Mitarbeitenden uns in einer anonymen Befragung so gut bewertet haben. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Denn es ist natürlich das gesamte Team im Josephinum, das täglich dazu beiträgt, unsere Klinik zu einem „Great Place to work“ zu machen. Natürlich wollen wir auch weiterhin dafür sorgen, dass das Josephinum sowohl für unsere MitarbeiterInnen als auch für unsere PatientInnen ein Ort ist, an dem Respekt, Vertrauen, Teamgeist und Wertschätzung der Leistung jedes einzelnen spür- und erlebbar ist – jeden Tag!“

05.04.2022 - Unser Topmedizinier Prof. Dr. Oliver Linhardt steht auf der aktuellen Focus Ärzteliste. Ausgezeichnet werden jene Mediziner, die als absolute Spezialisten ihres Fachs gelten und darüber hinaus auf ihrem Spezialgebiet führend sind. Prof. Dr. Linhardt ist auf die operative Behandlung von Erkrankungen in allen Bereichen der Wirbelsäule spezialisiert. Zu seinen Schwerpunkten gehören neben der interventionellen Schmerztherapie im Bereich der Wirbelsäule hauptsächlich minimalinvasive Operationstechniken bei degenerativen Erkrankungen, Deformitäten, Frakturen und Entzündungen. Zu seinen wissenschaftlichen Leistungen als Wirbelsäulenspezialist zählen die Entwicklung und Optimierung von Wirbelsäulenimplantaten, welche durch zahlreiche Publikationen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften belegt sind.

Kontakt:

Prof. Dr. Oliver Linhardt
Schützenstraße 5 / Bayerstraße 4
80335 München

Tel.: 089 55 25 11 0
www.ortho-ozs.de

26.03.2022 - Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Abschnitt der Wirbelsäule. Gerade das Ungleichgewicht von großem Kopf und schmalem Hals führt jedoch oft zu Überlastungen. Beispielsweise durch Abnutzung sinkt der Wassergehalt und die Bandscheibe wird dünner. Sie verliert an Flexibilität und somit auch ihre Eigenschaft als Stoßdämpfer. Die Folge sind Verspannungen, Nackensteifheit oder Schulterschmerzen bis hin zu einem Bandscheibenvorfall. Welche schonenden und bewegungserhaltenden Therapiemöglichkeiten es in diesem Fall gibt, wollen wir von Moni Peer wissen. Sie ist Fachärztin für Neurochirurgie und operiert in der Klinik Josephinum München.

Wann ist ein operativer Eingriff an der Halswirbelsäule überhaupt notwendig?

Moni Peer: Grundsätzlich muss man den Nervenwurzeln rasch wieder Platz verschaffen, wenn der Druck zu hoch wird und Betroffene in der Folge an Kraftverlust und Gefühlsminderung leiden, meist in Verbindung mit ausstrahlenden Armschmerzen. Gründe hierfür können beispielsweise ausgedehnte Bandscheibenvorfälle, Zysten oder knöcherne Einengungen sein. Auch wenn das Rückenmark durch einen zu engen Spinalkanal, einen Wirbelbruch oder einen Gleitwirbel gefährlichem Druck ausgesetzt wird, ist eine OP absolut notwendig. Bei allen anderen Schmerzsymptomen mit nur leichten neurologischen Ausfällen oder „frischen“ Bandscheibenvorfällen steht eine Operation hingegen an letzter Stelle. Ich empfehle meinen Patienten einen Eingriff erst dann, wenn konservative Therapiemaßnahmen, wie etwa Physiotherapie, schmerzstillende Medikamente oder gezielte Infiltrationen ausgeschöpft sind.

Wie kann eine Prothese helfen, die natürliche Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten?

Moni Peer: Seit weit über zehn Jahren werden künstliche Bandscheiben mit Erfolg eingesetzt. Die Entwicklung ist hier rasant vorangeschritten. Heutige Bandscheibenprothesen bestehen etwa aus Titan und Kunststoff und gewährleisten einen guten Halt und ein schnelles Einwachsen im Knochen. Somit kann sich das Implantat nicht mehr lockern. Eine moderne Prothese ahmt die Bewegungen einer gesunden Bandscheibe nach. Sie hat einen beweglichen Kern, welcher – genauso wie die natürliche Bandscheibe – Bewegung in alle Richtungen erlaubt, angefangen bei Kopfdrehungen, Seitneigungen bis zur Vor- und Rückwärtsbeugung.

Prothese oder Versteifung: Welche OP-Methode empfehlen Sie?

Moni Peer: Am liebsten arbeite ich bewegungserhaltend. Allerdings ist die Verwendung einer Bandscheibenprothese nicht immer sinnvoll. Daher wäge ich die passende OP-Methode zusammen mit jedem Patienten genau ab. Die Versteifung mit einem unbeweglichen Bandscheibenersatz ist weltweit noch immer die gängigste OP-Methode an der Halswirbelsäule. Nervenstrukturen wie Rückenmark und Nervenwurzeln haben so nach der OP wieder genügend Platz. Langfristig führt eine Versteifung jedoch zu einer Überbelastung der Bandscheiben in den benachbarten Segmenten. Die Folge sind Bandscheibendegenerationen mit Vorfällen, Spinalkanalstenosen oder auch die Ausbildung von Gleitwirbeln und Instabilitäten. All diese Probleme treten nach der Verwendung einer Prothese nicht auf. Hier bleibt mittel- bis langfristig die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten. Dies führt wieder zu einem natürlichen Bewegungsablauf durch das Zusammenspiel von künstlicher Bandscheibe, Gelenken und Muskeln und kann so dauerhaft Beschwerden der Halswirbelsäule vermeiden. Für Patienten ist jedoch wichtig zu wissen: Eine Bandscheibenprothese ist kein Gelenkersatz! Mit steigendem Alter führt hier vor allem die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, welche sich hinten an der Halswirbelsäule befinden, zu einer zunehmenden „Steifigkeit“ und auch Bewegungsminderung.

In welchen Fällen macht ein beweglicher Bandscheibenersatz keinen Sinn?

Moni Peer: Bei jeder Art von Instabilität etwa würde eine Bandscheibenprothese der Überbeweglichkeit nachgeben. Insbesondere bei starker Osteoporose besteht die Gefahr, dass durch die schlechte Knochenqualität die Prothese nicht in die Wirbelkörper einwächst und sich lockert. Auch bei einer schweren Arthrose ist die Implantation einer Prothese nicht empfehlenswert, denn durch die neu gewonnene Beweglichkeit könnte es zu starken Nackenschmerzen kommen. Eine Entzündung im Bereich der Wirbelsäule oder eine schwere Verletzung des Rückenmarkes benötigt absolute Ruhigstellung und darf daher ebenfalls nicht mit einem beweglichen Bandscheibenersatz versorgt werden.

Welche alternativen Operationsmöglichkeiten gibt es, falls eine Prothese nicht in Frage kommt?

Moni Peer: Kleine Bandscheibenvorfälle oder Engstellen entferne ich gewebeschonend mit mikrochirurgischen oder endoskopischen OP-Verfahren. Bei jeder Art von Überbeweglichkeit oder Instabilität, zum Beispiel bei einem Bruch oder Gleitwirbel, ist eine sogenannte Spondylodese notwendig. Dabei setze ich einen unbeweglichen Bandscheibenersatz ein, der durch eine Platte mit Schrauben gesichert wird. Bei schweren Einengungen des Spinalkanals wird gerade bei älteren Patienten das Rückenmark oft von hinten freigelegt. Ohne hohes OP-Risiko kann man so dem Rückenmark mehr Platz schaffen, teilweise sogar implantatlos und ohne Versteifung.

Zeitungsseite als PDF: 12_Halswirbelsäule_Moni_Peer_26.03.2022.pdf

Kontakt

Moni Peer

Promenadeplatz 10
80333 München

Tel: 089 - 543 249 16

www.neurochirurgie-peer.de

22.03.2022 - Der Schrecken des Krieges in der Ukraine nimmt kein Ende.

Die Kliniken vor Ort stoßen angesichts der großen Zahl Verletzter an ihre Grenzen. Viele Krankenhäuser berichten, dringend chirurgisches Material und Medikamente zu benötigen. Der Mangel ist vielerorts bereits zu einem großen Problem geworden.

Die Klinik Josephinum setzt sich dafür ein, ukrainische Krankenhäuser bei der Versorgung von Verwundeten zu unterstützen:

Der Ärztliche Leiter des Josephinums organisiert in Zusammenarbeit mit der Einhorn Apotheke München die Spende der dringend benötigten Medikamente, wie Antibiotika und Schmerzmittel, an die Ukrainische Armee.

Mithilfe unserer Mitarbeiter wurden die Medikamente vergangenen Freitag in viele Kartons verpackt und zur Spendenstelle der Ukrainischen Katholischen Kirche transportiert, von wo aus sie in das Kriegsgebiet geschickt werden.

Zuvor hatte die Klinik Josephinum bereits unter anderem Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, OP-Material und Gehhilfen gespendet.

Bitte spenden auch Sie weiterhin, jeder Beitrag zählt!

Ihre Geldspende können Sie zum Beispiel an folgendes Spendenkonto der Ukrainischen Katholischen Kirche richten:

Empfänger: Apostolische Kirche
Liga Bank München
IBAN: DE29 7509 0300 0102 1032 57
BIC: GENODEF1 M05
Verwendungszweck: „Kriegsopfer in der Ukraine“

#stopwar #standwithukraine #peace #freedom #solidarität

17.03.2022 - Die ganze Welt schaut bestürzt auf den eskalierenden Krieg in der Ukraine. Auch in Deutschland zeigen viele ihre Solidarität und wollen den Betroffenen helfen.

Die Klinik Josephinum hat bereits unter anderem Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, OP-Material und Gehhilfen in das Kriegsgebiet geschickt.

Neben den Sachspenden hat die Guido & Olga Jochner´sche Stiftung als Träger der Klinik sowie die Klinik insgesamt 30.000 € an die Kirchenstiftung St. Ludwig überwiesen. Diese unterhält eine langjährige Kooperation mit einem Krankenhaus in Lviv (Lemberg), welches jetzt Betroffene vor Ort versorgt.

Das Leid der Kriegsopfer bewegt natürlich auch die Mitarbeiter unserer Klinik. Viele spenden auch privat. Auch der Vorstand der Klinik Josephinum hat 5.000 Euro an das Spendenkonto der ukrainischen katholischen Kirche überwiesen.

Egal ob Sachmittel wie Bettwäsche, Schlafsäcke, Hygieneartikel oder Geldspenden: Hilfe wird überall benötigt und jeder Beitrag zählt!

Bitte informieren auch Sie sich und helfen mit Ihrer Spende!

Sach-, und Geldspenden sowie die Zurverfügungstellung von vorübergehenden Unterkunftsmöglichkeiten für Kriegsflüchtlinge organisiert etwa die Ukrainische katholische Kirche. Weitere Informationen finden Sie hier

Ihre Geldspende können Sie an folgendes Spendenkonto richten:

Empfänger: Apostolische Kirche
Liga Bank München
IBAN: DE29 7509 0300 0102 1032 57
BIC: GENODEF1 M05
Verwendungszweck: „Kriegsopfer in der Ukraine“

Oder unterstützen Sie eine andere Bündnisorganisation vor Ort, zum Beispiel

Ärzte ohne Grenzen 

Aktion Deutschland Hilft 

Unicef 

#stopwar #standwithukraine #peace #freedom #solidarität

26.02.2022 - Jeder weiß: Gesunder Schlaf ist wichtig, um tagsüber fit und leistungsstark zu sein und sich vor Entzündungen oder Krankheiten möglichst zu schützen. Doch in der Realität klagen viele Menschen über schlechten Schlaf. So vielfältig die Schlafprobleme, so unterschiedlich auch die Ursachen. Dabei können Schlafprobleme jeden treffen – und bei bestimmten Personengruppen ganz typisch ausfallen. Wir fragen den Experten für Schlafmedizin der Klinik Josephinum, Prof. Dr. med. Murat Bas, wie Betroffene damit umgehen können und welche Therapieformen es gibt.

Wie verändert sich der Schlaf im Alter?

Prof. Bas: Grundsätzlich kann man sagen: Je älter ein Mensch ist, desto mehr nehmen Schlafstörungen zu. Untersuchungen zum Schlafverhalten älterer Menschen zeigen dabei, dass sie unter einer abnehmenden Gesamtschlafzeit, vermehrter Einschlafneigung tagsüber sowie häufigeren Durchschlafstörungen leiden. Gründe für die Beeinträchtigung der Schlafqualität ist etwa der Einfluss von Medikamenten oder auch bestimmte in dieser Altersgruppe vermehrt auftretende Krankheiten, zum Beispiel nächtliches Wasserlassen (die sogenannte Nykturie), Diabetes mellitus, Herz- und Lungenerkrankungen oder chronische Beschwerden wie beispielsweise Arthrose. Oft greifen Betroffene dann erstmal zu Schlafmitteln, ohne sich für die Suche nach dem eigentlichen Grund der Schlafstörungen an einen Facharzt zu wenden. Dabei sind bestimmte Schlafstörungen im Alter sehr typisch. Dazu gehört etwa das Syndrom der vorverlagerten Schlafphase. Das bedeutet: Mit fortschreitendem Alter ist es ganz normal, früher ins Bett zu gehen und morgens früher aufzustehen. Manche Personen empfinden dieses körperliche Bedürfnis jedoch als extrem belastend. Wer sich nun zwingt, länger wach zu bleiben, kann morgens trotzdem nicht länger schlafen, leidet allerdings tagsüber in der Regel unter Müdigkeit. Eine wirksame Behandlungsmethode ist hier eine Therapie mit Tageslicht.

Schlafen Frauen anders?

Prof. Bas: Laut Studien sind Frauen tatsächlich etwa doppelt so häufig von Schlafstörungen betroffen wie Männer, leiden etwa vermehrt unter Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung). Frauen empfinden ihren Schlaf im Vergleich zu Männern häufiger als schlechter und erwachen weniger ausgeruht. Ein Grund sind hormonelle Veränderungen. Beispielsweise wirken sich die verschiedenen Phasen des monatlichen Zyklus auf das Schlafmuster von Frauen aus. In der Phase nach dem Eisprung kommt es öfters zu nächtlichem Erwachen, häufigerem und intensiverem Träumen, manchmal auch zu einer gesteigerten Tagesschläfrigkeit oder einem generell erhöhten Schlafbedürfnis. Auch die Wechseljahre verursachen bei vielen Frauen Schlafstörungen. Durch die Abnahme von Östrogen treten oft Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen auf und unterbrechen den Schlaf.

Ab wann liegt eine Schlafstörung vor?

Prof. Bas: Keine Sorge: Jeder darf mal schlecht schlafen. Ab und zu Schlafdefizite zu haben, ist völlig normal. Erwachsene sollten im Idealfall zwischen siebeneinhalb und acht Stunden schlafen. Dazu zählt übrigens auch der Mittagsschlaf. Mein Tipp für alle, die vermuten, vielleicht an einer Schlafstörung zu leiden: Den eigenen Schlaf vier Wochen lang beobachten und Fehler analysieren: Esse ich zu spät? Trinke ich zu viel Koffein vor dem Schlafen? Bewege ich mich zu wenig? Gehe ich zur falschen Zeit ins Bett? Habe ich Einschlafrituale? Als Faustregel gilt: Wenn Schlafprobleme länger als einen Monat andauern und mindestens dreimal pro Woche auftreten und wenn dadurch die Tagesbefindlichkeit gestört ist, sollten sich Betroffene zur Abklärung bei einem Facharzt vorstellen.

Ist zur Abklärung immer eine Übernachtung im Schlaflabor notwendig?

Prof. Bas: Nein. Zunächst empfehle ich, sich an einen auf Schlafstörungen spezialisierten HNO-Arzt zu wenden. Nach einem ersten, klärenden Gespräch kann bereits eine zu Hause durchgeführte Untersuchung während des Schlafens (Schlafscreen oder auch Polygraphie beziehungsweise Polysomnographie genannt) für eine Diagnose ausreichen. Betroffene erhalten hierfür ein mobiles Gerät, das nachts am Oberkörper befestigt wird. Es zeichnet ein bis zwei Nächte lang auf, wie häufig jemand schnarcht oder Atemaussetzer hat. Außerdem wird die Sauerstoffkonzentration und die Herzfrequenz und manchmal auch die Schlafstadien erfasst. Mit diesen Daten kann der Facharzt dann mit dem Patienten weitere Schritte besprechen.

Wie helfen Sie als Arzt?

Prof. Bas: Schlafstörungen müssen zielgerichtet behandelt werden. Deshalb sollte der Arzt immer einen genauen Blick auf die Symptomatik und mögliche Ursachen werfen. Ein Schlafscreen soll klären, welche Form einer Schlafstörung vorliegt. Häufig sind etwa das Restless-Legs-Syndrom oder das Syndrom der periodischen Beinbewegungen. Sie kommen oft gemeinsam vor und werden meist mit Medikamenten behandelt, die den Botenstoff Dopamin oder ähnlich wirkende Substanzen enthalten. Eine weitere Schlafstörung ist die sogenannte Schlafapnoe. Die Behandlung dieser Atemaussetzer im Schlaf richtet sich nach den Ursachen der Erkrankung. Grundsätzlich stehen drei Behandlungsansätze zur Verfügung. Da ein hohes Gewicht häufig für Schlafapnoe verantwortlich ist, ist eine Gewichtsreduktion ein erster Ansatz. Eine weitere nicht-operative Behandlungsmethode kann eine Zahnschiene sein. Sie soll den Unterkiefer nach vorne schieben und so ein Zurückfallen der Zunge beim Schlafen verhindern. Auch eine Atemmaske mit kontinuierlichem oder variablem Druck kann Betroffenen helfen. In bestimmten Fällen empfehle ich eine operative Behandlung. Ich führe zum Beispiel häufig eine sogenannte Weichgaumen-Straffung und Uvula-Kürzung oder eine Gaumenmandelentfernung (Tonsillektomie) durch. Ziel ist die Schaffung von Platz im Schlund, um bei einem Zurückfallen der Zunge noch reichlich Platz fürs Atmen zu haben.

Zeitungsseite als PDF: 08_Schlafmedizin_Prof._Bas_26.02.2022.pdf

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Prof. Dr. med. Murat Bas

Ottobrunn 
Haidgraben 2
85521 Ottobrunn
und
Deisenhofen/ Oberhaching
Bahnhofstr. 36
82401 Deisenhofen

Tel: 089 - 6096524

www.hno-aesthetic.com

29.01.2022 - Arthrose bezeichnet den Verschleiß von Gelenken. Hierbei kommt es zu Verminderung der Dicke, der Qualität und der Funktion des Gelenkknorpels und angrenzender Knochen. Die Arthrose tritt nicht nur an Knie, Hüfte und Fingern, sondern auch an den Gelenken der Füße auf. Was Betroffene tun können, um die Schmerzen zu lindern und in welchen Fällen eine Operation sinnvoll ist, wollen wir von Dr. Imke Fröhlich wissen. Sie ist Expertin für orthopädische Fußchirurgie im Josephinum. 

Welche Symptome können auf eine Arthrose im Fuß hinweisen?

Dr. Fröhlich: Bei der Arthrose nutzt sich der Gelenkknorpel ab, wird rau und zerfasert. Wenn diese stoßdämpfende Knorpelschicht fehlt, reibt Knochen auf Knochen und es können sich sogar kleine Knorpelstückchen ablösen. Gelenke werden häufig dicker, es bilden sich knöcherne Anbauten. Typisch ist ein Anlaufschmerz, aber auch ein Ruheschmerz nach Belastungen. Gelenksteifigkeit und verminderte Bewegungsfähigkeit können sich ausbilden.

Wo im Fuß kann überall Arthrose auftreten?

Dr. Fröhlich: In allen Gelenken vom Sprunggelenk bis zu den Zehen. Arthrose im Sprunggelenk ist oft eine Folge früherer Verletzungen oder von Fehlstellungen wie dem Ballenhohlfuß und Knick-Senkfuß (Fehlbelastung/Instabilität) oder im Bereich der Fußwurzel zum Beispiel beim Senk-Spreizfuß. An den Zehen sehen wir Arthrose beim Hallux rigidus, also der steifen Großzehe, beim Hallux valgus, auch Ballenzeh genannt, und bei den Hammerzehen.

Wie kann man Arthrose vermeiden?

Dr. Fröhlich: Gelenke brauchen Bewegung! Das rechte Maß ist auch hier wichtig. Überbelastungen und Fehlbelastungen der Gelenke sollten vermieden werden. Gelenkinstabilitäten sollten reduziert und falsche Gelenkausrichtungen behoben werden. Das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Gelenken muss trainiert werden.

Was können Betroffene selbst bei Arthrose-Schmerzen tun?

Dr. Fröhlich: Meist hilft Kühlen, gelegentlich aber auch Wärme. Da gibt es kein Richtig oder Falsch. Bei akuten Beschwerden ist oft eher Schonung, Ruhigstellung, Umschläge und Hochlegen angezeigt. Beim akuten Schmerz hilft die Einnahme eines entzündungshemmenden Schmerzmittels. Das wird auch von den Arthrose Gesellschaften empfohlen. Ein für das Gelenk schädlicher Entzündungsprozess wird so unterbrochen. Die Einnahme sollte aber immer mit dem Hausarzt abgestimmt werden.

Wie kann konservativ therapiert werden?

Dr. Fröhlich: Nach entsprechender Diagnostik können etwa Fehlbelastungen reduziert werden. Optimierung der Schuhversorgung aber auch selbstständige Übungen nach Anleitung gehören dazu. Häufig können Spritzen ins Gelenk mit Hyaluronsäure oder aktivierten Thrombozyten-Faktoren deutliche Linderung ermöglichen.

Was operieren Sie im Zusammenhang mit Arthrosen der Fußgelenke?

Dr. Fröhlich: Mein Ziel ist meist das Vermeiden von zunehmenden Arthrosen. Rechtzeitige und gezielte Operationen können übermäßige Schädigung benachbarter Gelenke und Anschluss-Arthrosen verhindern helfen. Über Gelenkspiegelungen (sogenannte Arthroskopien) besonders des oberen Sprunggelenkes kann ich Eingriffe an Knorpel und Bändern durchführen. Mit knöchernen Korrekturen und kraftverbessernden Sehnen- und Weichteileingriffen etwa beim Knick-Senkfuß oder Ballenhohlfuß helfe ich, Stabilität zu gewinnen und das Fortschreiten von Arthrose zu vermeiden. Mit stabilisierenden Bandoperationen oder auch mit Achskorrekturen am Knochen helfe ich, Stabilität zu gewinnen und Verschleiß zu reduzieren. Knorpel- und Knochendefekte fülle ich in ausgewählten Fällen mit Knochen bzw. Knorpel auf. Mit speziellen Techniken kann die Durchblutung des Knochens und damit die Basis für stabilen Knorpel verbessert werden. Auch die differenzierte operative Therapie des Hallux valgus und der Kleinzehen und Mittelfußschmerzen helfen, Arthrosen zu vermeiden. Oft setze ich bei meinen Operationen minimal-invasive Techniken und resorbierbare Implantate ein. Ist die Arthrose sehr ausgeprägt, führe ich einen Gelenkersatz beispielsweise am oberen Sprunggelenk, durch. Hier helfen neue Planungstechniken mit CAD (Software Orthopädietechnik), die Operationen noch präziser und schonender durchzuführen. Die verwendeten Prothesen ermöglichen es, mit sehr wenig Knochenverlust zu arbeiten. Es kann auch sinnvoll sein, ein Gelenk zu versteifen. Auch hiermit erzielen wir eine sehr gute Funktion und der Arthrose-Schmerz verschwindet.

Zeitungsseite als PDF: 04_Fuß_und_Arthrose_Dr._Fröhlich_29.01.2022.pdf

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Dr. med. Imke Fröhlich

Englschalkinger Str. 12
81925 München

Tel: 089 -  9 99 09 78 - 0

https://www.oza-m.de/

11.12.2021 - Eine Hernie, auch bekannt als Weichteil- oder Eingeweidebruch, ist ein Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle. Hernien bleiben oft lange unbemerkt, sind aber nicht ungefährlich. In welchen Fällen eine Hernie Probleme bereitet, wollen wir von Dr. Irmgard Weindl wissen. Sie ist Viszeralchirurgin im Josephinum.

Was kann bei einer Hernie passieren?

Dr. Weindl: Bei Betroffenen drängen Bauchfell und Organe durch eine schwache Stelle oder eine Lücke in der Bauchwand nach außen. Das Bauchfell – also die "Haut", die den Bauchraum auskleidet – bildet hierbei den sogenannten Bruchsack. Dieser wölbt sich durch eine Bruchlücke vor und kann Teile von Organen enthalten, wie etwa des Darms. Das Wort "Bruch" ist allerdings etwas irreführend. Denn anders als bei einem Knochenbruch entsteht die Erweiterung der Bruchpforte meist nicht plötzlich, sondern häufig über lange Zeit. Außerdem ist auch nicht immer und zeitnah eine Operation notwendig, wie es bei einem gebrochenen Knochen der Fall wäre.

Welche Arten von Hernien gibt es überhaupt?

Dr. Weindl: Hier gibt es viele Krankheitsbilder: Die Leistenhernie ist die mit Abstand häufigste Form einer Hernie. Sie entsteht an einer Schwachstelle oberhalb des Leistenbandes und betrifft vor allem Männer. Oft kommen auch Bauchnabelbrüche vor, in erster Linie bei Säuglingen und übergewichtigen Erwachsenen. Ebenso sehe ich viele Patienten mit Narbenhernien. Diese bilden sich im Bereich einer Operationsnarbe, da die Bauchwand an dieser Stelle geschwächt und deshalb anfälliger für eine Hernie ist. Seltener kommen Oberbauch- und Schenkelhernien vor. Ein Oberbauchbruch, auch epigastrische Hernie genannt, bildet sich durch eine Lücke in der Bauchwand zwischen Brustbein und Bauchnabel. Ein Schenkelbruch zeigt sich am Oberschenkel unterhalb des Leistenbandes und betrifft vorwiegend Frauen.

Wer ist besonders anfällig?

Dr. Weindl: Die Hauptursache ist ein schwaches Bindegewebe. Manche Menschen haben dieses von Geburt an, andere erst in höherem Alter. Auch Krankheit oder eine Operation können Gewebe und Muskeln schwächen. Außerdem steigt bei starkem Übergewicht der Druck im Bauchinnenraum.
Übergewicht lässt jedoch nur das Risiko für Narben- und Nabelbrüche ansteigen, nicht das für Leistenbrüche. Übrigens können auch Tumore oder Wasseransammlungen im Bauch den Druck auf die Bauchwand erhöhen. Schwangere sind ebenfalls anfälliger für Bauchwandbrüche. Rauchen oder Krankheiten wie Diabetes können die Wundheilung stören und dadurch Narbenhernien begünstigen. Für Betroffene wichtig zu wissen: Schweres Heben, Husten oder Pressen vergrößert eine vorhandene Hernie.

Wie stellen Sie die Diagnose?

Dr. Weindl: Hernien sind häufig eine sogenannte Blickdiagnose. Das bedeutet: Sie sind sofort erkennbar. Die Untersuchung erfolgt zunächst im Stehen. Dabei wird der Patient aufgefordert, zu pressen oder zu husten. Im Liegen lässt sich dann prüfen, ob sich der Bruch in den Bauchraum zurückschieben lässt. Manchmal führe ich zur besseren Darstellung zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durch. Eine Computertomografie oder Kernspintomografie ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Ist es eine gute Idee, Hernien unbehandelt zu lassen, wenn sie keine Schmerzen verursachen?

Dr. Weindl: Nein. Die Brüche bleiben dauerhaft bestehen, wenn sie nicht behandelt werden. Betroffene müssen wissen: Ein unbehandelter Bruch kann mit der Zeit größer werden, deutlicher hervortreten und häufiger Beschwerden verursachen. Allerdings kommt es selten zu ernsthaften Komplikationen. Aber: Wenn eine Hernie einklemmt, handelt es sich immer um einen Notfall – und es muss umgehend operiert werden. Klemmt auch der Darm ein, kommt es unter Umständen zu einem Darmverschluss mit heftigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Das passiert zum Beispiel bei Schenkelbrüchen häufiger als bei Leistenbrüchen, weil die Bruchpforte enger ist. Sind auch die Blutgefäße abgeklemmt, kann das vorgefallene Gewebe absterben und eine Bauchfellentzündung nach sich ziehen. Immer gilt in diesen Fällen: Sofort einen Arzt aufsuchen!

In welchen Fällen empfehlen Sie eine Operation?

Dr. Weindl: Grundsätzlich bespreche ich die OP-Indikation individuell mit jedem einzelnen Patienten. Es gibt aber auch Fälle, bei denen man von einer OP absieht. Zum Beispiel, wenn jemand sehr alt, schwach oder schwer krank ist und von der Hernie kein akutes Risiko ausgeht. In aller Regel müssen Hernien aber chirurgisch versorgt werden. Bei diesem Eingriff wird der Bruchsack in den Bauchraum zurückgeschoben oder entfernt und gegebenenfalls die Lücke in der Bauchwand mit einer Naht verschlossen. Dabei setze ich meist zusätzlich ein feines Kunststoffnetz ein, um die Bauchwand zu verstärken und einem Rückfall vorzubeugen. In der Regel werden Hernien minimalinvasiv versorgt, man spricht von einer sogenannten Laparoskopie. Dabei setze ich kleine Schnitte, über welche die Kamera und chirurgische Instrumente in den Bauchraum eingeführt werden. Welches OP-Verfahren infrage kommt, hängt unter anderem von Art und Größe des Bruchs sowie vom Patienten selbst ab.

Zeitungsseite als PDF: KW49_Hernien_Dr._Weindl_11.12.2021.pdf

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Dr. med. Irmgard Weindl

Schönfeldstraße 16
80539 München

Tel: 089 - 28 67 59 10 

https://www.chirurgie-josephinum.de/

09.12.2021 - Jedes Jahr werden ca. 14.000 Liter Wasser und 73 Liter Reinigungsmittel im Josephinum für die tägliche Unterhaltsreinigung aufgewendet. Das ist Wasser, welches durch eine Reinigungsumstellung zum Teil eingespart werden kann. Statt der herkömmlichen Nassreinigung, soll der Boden nun trocken gereinigt werden. Doch wie kommt es zu der Idee, die Reinigung umzustellen?

Helene_Jurka_HWL_JOS.JPGMein Name ist Helene Jurka. In der Klinik Josephinum bin ich als Hauswirtschaftsleitung angestellt. Ich besuche derzeit die Landwirtschaftsschule Rosenheim, Abteilung Hauswirtschaft und absolviere dort berufsbegleitend die Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin.
Im Rahmen der Abschlussprüfung muss jede Studierende ein Arbeitsprojekt durchführen. So bin ich auf die Idee gekommen, als Projektthema die Unterhaltsreinigung in den Patientenzimmern umzustellen.

Was genau ist diese Trockenreinigung?

Der wesentliche Unterschied zur Nassreinigung ist, dass der Mopp nicht mit einer Reinigungslösung getränkt wird. Die Reinigungskraft verwendet einen speziellen Wischbezug aus Mikrofaser, der den Staub besonders gut bindet. Durch dieses staubbindende Wischverfahren kann lose aufliegender Schmutz problemlos beseitigt werden, z.B. Haare, Staub oder Brösel. Die Reinigungswirkung ist fast noch besser als bei der Nassreinigung. Der einzige Nachteil ist, dass anhaftende Verschmutzungen, wie z.B. Säfte nicht beseitigt werden können. Bei Bedarf wird also auf die Nassreinigung zurückgegriffen. Ob der gesamte Boden oder nur punktuell nass gereinigt wird, entscheidet die Reinigungskraft selbstständig und situationsbedingt.

Kann das in der Praxis überhaupt funktionieren?

Vergleich Nass und TrockenreinigungGanz einfach: Ja. Untersuchungen der Keimbelastung vor und nach der Reinigung zeigen, dass das staubbindende Wischverfahren sehr gut funktionieren kann. Mithilfe von sogenannten Abklatschuntersuchungen, konnte die genaue Keimzahl jeweils vor und nach den beiden Reinigungsverfahren ermittelt werden. Und die Ergebnisse der Trockenreinigung sprechen für sich:

Durch die Trockenreinigung halbiert sich die Keimbelastung, während diese sich bei Nassreinigung verdoppelt.

Neben diesen sehr guten Ergebnissen wurde die Trockenreinigung insgesamt gut angenommen. Sowohl vom Klinikpersonal als auch den Patienten. Jeder Patient hatte bei seiner Entlassung die Möglichkeit, einen Fragebogen auszufüllen und potenzielle Probleme zu schildern. Die Auswertung der Fragebögen hat gezeigt, dass der Großteil der Patienten mit dem Reinigungsergebnis sehr zufrieden war. Auch die Reinigungskräfte, die im Pilotbereich gearbeitet haben, waren äußerst angetan von der neuen Zimmerreinigung.

Auch im Gang wurde die Trockenreinigung erprobt, was die Unfallgefahr durch Ausrutschen erheblich senkte. Das überzeugte auch andere Abteilungen, wie die Physiotherapie. Normalerweise muss die Reinigungskraft immer warten, bis der Patient wieder sicher im Bett liegt, bevor der Boden gereinigt werden kann. Diese Wartezeit fällt jetzt weg, da nach der Reinigung auf dem Boden kein Feuchtfilm mehr ist.

Das Projekt hat gezeigt, dass ein staubbindendes Wischverfahren in einem Krankenhaus gut funktionieren kann und viele Vorteile mit sich bringt. Im Pilotbereich hat es sehr gut funktioniert. Mein weiteres Ziel ist nun, die Reinigung nach und nach auch in den restlichen Patientenbereichen auf ein staubbindendes Wischverfahren umzustellen. Zu berücksichtigen ist, dass es in manchen Bereichen wie, z.B. den Operations-Bereichen oder bei isolierten Patienten nicht funktioniert. Hier ist es zwingend notwendig, dass der Boden desinfiziert wird.  

20.11.2021 - Hat jemand Beschwerden an der Nase, denken die meisten sofort an Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündungen. Doch nicht nur die Entzündungen sorgen oftmals für Nasenprobleme. Auch durch eine verkrümmte Nasenscheidewand kann es mitunter zu einer beeinträchtigten Nasenatmung bis hin zu ästhetischen Störungen der Nasenform kommen. Welche Bedeutung die Nasenscheidewand gerade für die äußere Nase hat, erläutert Prof. Andreas Riederer, HNO-Facharzt im Josephinum. 

Was sind die Ursachen einer Nasenscheidewandverkrümmung?

Prof. Riederer: Tatsächlich hat jeder Mensch eine leicht gekrümmte Nasenscheidewand – die meisten, ohne dies im Alltag zu merken. Dazu muss man wissen: Die innere und äußere Nase besteht aus knöchernen und knorpeligen Teilen, die noch einige Jahre über die Pubertät hinaus wachsen. Dabei schieben sich die Knochen oder der Knorpel oft über- oder auseinander und die Nasenscheidewand verformt sich dadurch mehr oder weniger.

Welche sichtbaren Folgen hat eine verformte Nasenscheidewand?

Prof. Riederer: Im schlimmsten Fall eine Veränderung der äußeren Nasenform: Eine verkrümmte Nasenscheidewand kann eine Schiefstellung an der äußeren Nase bewirken und dadurch die Ästhetik der Nase beziehungsweise des gesamten Gesichts stören. Bei einer „Schiefnase“ geht die Verkrümmung der Nasenscheidewand zumeist auf die andere Seite. Es gibt hier natürlich noch andere Formveränderungen mit unterschiedlichen optischen Ausprägungen. Ich sehe in meiner Praxis zum Beispiel oft Patienten mit einer hängenden Nasenspitze oder verschieden großen Nasenlöchern. Ursache dafür ist eine verlängerte beziehungsweise verkrümmte untere Nasenscheidewandkante. Häufig sind auch die sogenannte Höckernase oder die Spannungsnase. Betroffene haben dann eine zu hohe Nasenscheidewand.

Wer leidet an einer „Sattelnase“ oder „Schweinchennase“?

Prof. Riederer: Fehlt ein Teil der Nasenscheidewand, fällt der Nasenrücken ein. Dann spricht man von einer sogenannten Sattelnase. Ursachen dafür sind ein Bluterguss in der Nasenscheidewand, der sich entzündet hat oder wenn bei einer Operation zu viel Knorpel entfernt wurde. In diesem Fall kann es auch passieren, dass sich die Nasenspitze anhebt – im Volksmund „Schweinchennase“ genannt.

Wie stellen Sie eine Nasenscheidewandverkrümmung fest?

Prof. Riederer: Dazu gibt es verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten: Bei einer sogenannten Nasenendoskopie untersuche ich das Naseninnere und begutachte die Nasenscheidewand, Nasenmuscheln und seitlichen Nasengänge. Bei einer Rhinomanometrie lässt sich mithilfe einer Atemmaske feststellen, ob Verkrümmungen zu einer Beeinträchtigung der Atmung führen. Ein Bruch, eine Stauchung oder die Verschiebung der knorpeligen und knöchernen Strukturen ist mittels Computertomographie gut darstellbar. Vor einer OP führe ich noch eine Geruchsprüfung durch. Außerdem bewege und taste ich die Nase ab, um nicht sichtbare, schwache und verformte Strukturen zu erkennen. So kann ich unter anderem prüfen, ob eine Abweichung der vorderen Kante der Nasenscheidewand vorliegt.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es zur Begradigung der Nasenscheidewand?

Prof. Riederer: Ich führe zumeist eine sogenannte geschlossene Septorhinoplastik durch. Dieser Eingriff ist für das Gewebe schonend, da weniger Verletzungen oder Vernarbungen verursacht werden. Dabei begradige ich die knöchernen und knorpeligen Teile so weit wie nötig und entferne gegebenenfalls verformte Knochen- oder Knorpelstücke. Durch Knorpel-Transplantate aus der hinteren knorpeligen Nasenscheidewand oder falls nicht mehr vorhanden, aus der Ohrmuschel, können die fehlenden Bereiche der Nasenscheidewand rekonstruiert werden, die zu einer Formveränderung der äußeren Nase geführt haben. Mit Nähten stabilisiere ich die begradigten Regionen und befestige sie an den knöchernen Strukturen der Nase.

Warum ist es so wichtig, sich für eine Nasen-OP in die Hände eines ausgewiesenen Experten zu begeben?

Prof. Riederer: Bei einer Nasen-OP handelt es sich um einen äußerst komplexen Eingriff. Wichtig zu wissen für Patienten: Nur die äußere Nase zu modellieren, ist zu kurz gedacht und für den Betroffenen auch nicht zielführend. Bei fast jeder Operation an der äußeren Nase spielt die Nasenscheidewand eine zentrale Rolle, um ein gutes ästhetisches Ergebnis zu erzielen. Außerdem ist es entscheidend, während der OP die Statik der Nase im Auge zu behalten. Wurde diese bei der OP nicht berücksichtigt, kann das die Nasenform auch später noch negativ verändern. Die Konsequenz ist dann in der Regel ein Folgeeingriff. Aus diesem Grund sollten Nasenoperationen nur von Chirurgen durchgeführt werden, die auch die Techniken der Nasenscheidewandoperation beherrschen.

Zeitungsseite als PDF: KW46_Äußere_Nase_Prof._Riederer_20.11.2021.pdf

Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Andreas P. Riederer

Sollner Straße 65b/II
81479 München

Tel: 089 - 74 44 35 78 oder: 089 - 72 77 94 91

https://hno-riederer.de

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