„Fast track“ – Die neue Methode verbessert die Mobilisation bei künstlichen Gelenken

21.10.2021 – PD Dr. Andreas Burkart zählt laut tz und Münchner Merkur wieder zu den TOP-Experten in Bezug auf künstliche Gelenke. Er erklärt, warum durch Fast-track eine zügige Rückkehr zu früherer Aktivität gelingt.

Fast-Track-Methode

Den Patienten helfen, nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks schnell wieder auf die Beine zu kommen, ist Ziel der sogenannten Fast-Track-Methode. Schon am Tag nach der OP beginnt die Mobilisierung des Gelenks – allerdings mit Augenmaß und unter Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten des jeweiligen Patienten, betont Privatdozent Dr. Andreas Burkart.

Die Vorstellung, dass bei der Fast-Track-Methode alle sofort aus dem Bett gescheucht werden, sei natürlich falsch. Ohnehin müsse ein 80-Jähriger mit Vorerkrankungen anders behandelt werden als ein junger Sportler, erklärt der Orthopäde und Sportmediziner. Für viele bringe die Fast-Track-Methode aber klare Vorteile.

Entscheidende Schritte

Durch die Bewegung verliere die Muskulatur beispielsweise viel weniger an Kraft als das bei langem, passivem Liegen der Fall wäre. Auch Verklebungen werden verhindert. Bereits am OP-Tag könnten die meisten Patienten erstmals am Bett aufstehen oder sich zumindest aufsetzen. Am Tag darauf kommt die Gelenkmobilisierung mit Hilfe von Physiotherapie hinzu. „So spürt der Patient schnell, dass das Gelenk funktioniert und Bewegung wieder möglich ist“, erklärt der Experte. Dies verbessere sich während des Klinikaufenthalts spürbar, was Selbstvertrauen geben und den weiteren Therapieverlauf begünstigen kann.

Am dritten Tag seien die Patienten mit Gehwagen oder -stöcken in der Klinik unterwegs, bevor nach rund einer Woche die Reha beginnt, bei der es weiter vorangeht. Möglich wird Fast-Track auch durch Maßnahmen bei der OP. So werde die Gelenkkapsel bei dieser mit einem langen wirksamen Anästhetikum gegen Schmerzen infiltriert und mit Medikamenten Blutungen während und nach der Operation vermindert. Deshalb könne vielfach auch auf mehrere und vor allem mehrtägige Drainagen verzichtet werden, die den Patienten an der Mobilisierung hindern würden.

Risiken senken

Ein weiterer Vorteil der Fast-Track-Methode sei die geringere Gefahr von postoperativen Komplikationen wie Thrombose, Lungenembolie oder -entzündung. „Deren Risiko sinkt durch die frühe Mobilisierung signifikant“, erklärt Dr. Burkart, dessen Spezialgebiet neben künstlichen Kniegelenken auch die Endoprothetik an der Schulter ist. Schulterpatienten müssten etwas länger warten, bevor sie mit der Mobilisierung beginnen können, erklärt der Experte. Der Grund: Anders als bei Eingriffen am Knie, müssten nach der Gelenkimplantation an der Schulter die Muskeln und Sehnen wieder fixiert werden. Wichtig sei bei allen dieser Eingriffe, den Patienten ausführlich zu informieren und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Operateur, betont Dr. Burkart. Er selbst nehme sich deshalb viel Zeit und gebe bereits vor der OP-Ratschläge und Tipps an die Hand, was der Patient vor dem Eingriff tun kann, was ihn danach erwartet und inwieweit der Patient selbst zum Erfolg beitragen kann.

Zeitungsseite als PDF: Dr_Burkart_Beitrag_TZ_Merkur_21.10.2021.pdf

Kontakt:

PD Dr. med. Andreas Burkhard
Gelenkzentrum München
Rosenkavalierplatz 10
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Telefon: 089/288625
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