11.11.2022 - Wie die Endoprothetik die Agilität im Alter sichern und langes Leben lebenswert machen kann, erläutert Dr.med. Andreas Burkart. Der Privatdozent ist Experte auf dem Gebiet der Endoprothetik und am Gelenkzentrum München in dem Spezialbereich der konservativen und operativen Behandlung von Verletzungen des Schulter- und Kniegelenkes tätig.

Wann und warum kommt es zu dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes?

Dr. Burkart: Arthrose zählt zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Etwa fünf Millionen Deutsche leiden an der chronischen Erkrankung. Bringt die zuerst begonnene konservative Therapie keinen Erfolg mehr, wird den Betroffenen die Operation mit einem Oberflächenersatz vorgeschlagen. Durch die sogenannte Endoprothetik werden die beschädigten Knorpeloberflächen des Kniegelenkes mit der Knieendoprothese ersetzt. Nach dem Eingriff und anschließender Reha-Behandlung steht den Patientinnen und Patienten eine sorgen- und schmerzfreie Agilität im Alter bevor. Aber obwohl sich in der Endoprothetik in den letzten Jahren einiges getan hat – schonendere OP-Techniken, bessere Anästhesieverfahren, patientenindividuelle OP-Verfahren mit kinematischer Ausrichtung der Implantate – leiden viele Patientinnen und Patienten vor dem Eingriff unter großen Ängsten.

Mit welchen Ängsten und Nöten der Patientinnen und Patienten werden Sie konfrontiert?

Dr. Burkart: Meine Patientinnen und Patienten befürchten am meisten eine Gehunfähigkeit nach der Operation. Die Angst vor der Vollnarkose und damit verbundenen Komplikationen wie etwa einer Gedächtnisstörung ist ebenso groß. Viele befürchten auch, dass sie aus dem künstlichen Schlaf nicht wieder erwachen. Andere wiederum ängstigt, dass sie einige Zeit lang weg vom heimischen Umfeld sind. Hinzu kommt aktuell die Sorge, sich während des Krankenhausaufenthalts mit dem Coronavirus zu infizieren. Und viele ältere Menschen äußern Bedenken, dass sich eine Knieendoprothese in einem hohen Alter nicht mehr lohnen würde. Die bleibenden Schmerzen werden dann lieber in Kauf genommen.

Was befürchten diese Patientinnen und Patienten genau?

Dr. Burkart: Bei vielen älteren Menschen um die 80 Jahre höre ich solche Aussagen oft, dass sich eine Knieendoprothese und der damit verbundene große Eingriff in dem hohen Alter nicht mehr rentiere, sie ohnehin bald sterben würden…Was sie aber wissen sollten: Lehnen diese Patientinnen und Patienten die OP ab, nehmen die Beschwerden immer mehr zu. Denn die Menschen werden meist doch älter als gedacht. Und durch die nicht durchgeführte Operation noch gebrechlicher, sodass schließlich die Lebensqualität stark leidet, sogar eine komplette Gehunfähigkeit droht. Dann ist aber oftmals ein Zeitpunkt erreicht, wo wir beispielsweise bei einem 87-jährigen Patienten mit multiplen Vorerkrankungen die Operation ablehnen müssen.

Wie können Sie diesen Menschen die Angst vor der Operation nehmen?

Dr. Burkart: Tatsächlich beruhigt es schon die meisten, wenn sie jemanden kennen, bei dem die Operation ein voller Erfolg war. Die positiven Erfahrungen nehmen in vielen Fällen die Angst bereits im Vorfeld des Eingriffes. Ich persönlich kläre auch über die Statistiken bei dieser Art der OP auf, denn das Wissen über die zunehmend erfolgreichen Eingriffe hilft ebenfalls bei der Angstbewältigung.

Wie werden die Patientinnen und Patienten bei Ihnen über die Behandlung im Vorfeld aufgeklärt?

Dr. Burkart: Die Aufklärung erfolgt in der Sprechstunde. Zum üblichen Behandlungsverlauf gehört die internistische Vorbereitung des Patienten, die Vorstellung in der Narkoseabteilung und die stationäre Aufnahme einen Tag vor der Operation. Danach folgt ein etwa einwöchiger Klinikaufenthalt mit anschließender Verlegung in eine Rehaklinik. Es kann aber auch eine ambulante Reha angeschlossen werden, die würde über einen Zeitraum von drei Wochen laufen. Als Abschluss steht die Wiedervorstellung in der Praxis an, mit nachfolgend klinischen Kontrollen und entsprechender Physiotherapie.

Anbei der Artikel aus der SZ (anklicken, um das PDF zu öffnen):

SZ Beitrag Screenshot für HP

 

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